Jetzt oder nie! - P. G. Wodehouse

Joss Weatherby mag ja nur ein kleiner Werbegrafiker sein, doch in seinem romantischen Bestreben, das Herz der liebreizenden Sally Fairmile zu erobern, läßt er sich durch niemanden beirren - weder durch dünkelhafte Damen der besseren Gesellschaft noch durch ehemalige Berufsboxer oder Schnulzen singende Nebenbuhler. Und schon gar nicht durch seinen reizbaren Brotherrn J.B. Duff, Londons führenden Feinkosthändler, dem Joss dreist die Stirn bietet - ein leuchtendes Beispiel für den einzig angemessenen Umgang mit Respektspersonen.

Pelham Grenville Wodehouse (1881 - 1975) gilt in der angelsächsischen Welt schon lange als der vielleicht größte komische Autor des 20. Jahrhunderts, mit Millionen von Lesern. Vor seiner Stilkunst, dieser zeitlosen und unverwechselbaren Mischung aus sprachlicher Virtuosität und possenhaftem Geschehen, zogen auch berühmte Schriftstellerkollegen - darunter George Orwell und Carlo Fruttero ­ neidlos den Hut. Endlich liegt nun sein Roman «Quick Service», den der Autor selbst für seinen besten hielt, auch auf deutsch vor: ein wunderbar zweckfreies Vergnügen.

Jetzt oder nie!

  • P.G. Wodehouse
  • Jetzt oder nie!
  • Roman
  • Mit einem Nachwort von Evelyn Waugh
  • Aus dem Englischen von Thomas Schlachter
  • Hardcover, Fadenheftung
  • Lesebändchen, 224 Seiten
  • EUR 19,95, Fr. 36.-
  • ISBN 3-905513-21-8
  • 2000, Edition Epoca, Zürich

P.G. Wodehouse (1881 - 1975), pointenfroher Prosadichter, verfasste über neunzig Bücher mit Romanen und Erzählungen.

Thomas Schlachter, geboren 1965, Übersetzer, lebt in Zürich.

Pressestimmen

«Dieses Buch ist vielleicht unwichtig ... aber man muss es lesen. Wodehouse beherrschte wie kaum ein anderer die Kunst, eine ganze Salve irrwitziger Kettenreaktionen etwa einzig und allein mit der Feststellung zu zünden, dass einer feinen Lady der Frühstücks-Schinken nicht mundet.»
Claus Philipp, Der Standard

P. G. Wodehouse

«Aha, J. B.», sagte Joss fidel. «Einen schönen guten Morgen!»
«Ach, da sind Sie also, was?» erwiderte Mr. Duff und zeigte sich wenig geneigt, es seinem Untergebenen an Überschwenglichkeit gleichzutun.
Der Generaldirektor von Duff & Trotter war ein massiger Mann, der nach einer sportlichen Jugend etwas an Gewicht zugelegt hatte. In seiner Collegezeit war er ein ziemlich achtbarer Hammerwerfer gewesen, und es sah ganz danach aus, als wünsche er sich jetzt einen Hammer, um ihn Joss an den Kopf zu werfen. Die Brauen waren zu einem einzigen dicken Strich zusammengezogen, und darunter funkelten feindselige Augen. Sie schienen den ganzen Raum zu erleuchten, und bloß ein junger Mann mit dem Nervenkostüm eines Maulesels, wie Joss es gottlob sein eigen nannte, konnte ihnen ungerührt standhalten.
«Sie sind zu spät!» dröhnte er.
«Eigentlich nicht», erwiderte Joss.
«Was zum Teufel meinen Sie mit 'eigentlich nicht'?»
«Ein Mann wie ich scheint immer später dran zu sein, als er es in Wahrheit ist. Das rührt daher, daß seine Gegenwart so sehnlich herbeigewünscht wird. Die Leute verspannen sich, horchen auf seine Schritte, und jede Minute erscheint ihnen wie eine Stunde.»