Die letzte Delikatesse - Muriel Barbery
Ein maßloser Gourmet und renommierter Gastrokritiker liegt im Sterben. Seine letzten Lebenskräfte verwendet er für die Suche nach dem absoluten und definitiven Geschmack. Seine Lebensgefährtinnen, seine Freunde, seine Neider und Untergebenen erinnern sich an Begegnungen und Gespräche mit dem Monarchen der Kritik. Er selbst unternimmt eine Reise zurück in Küchen, in Kräutergärten und Weinkeller, zu Gerüchen und Geschmäckern. Der Roman »Die letzte Delikatesse«, der bereits in neun Sprachen übersetzt wurde, beschwört ein vielstimmiges Porträt eines Genußmenschen, der die radikale Umkehr sucht. Fein verwoben erzählt der Erstling von Muriel Barbery die empfindsame Geschichte einer Liebe, die von der Opulenz zurück zur Ursprünglichkeit führt.
Ein Lesevergnügen nicht nur für Feinschmecker!
- Muriel Barbery
- Die letzte Delikatesse
- Roman
- Aus dem Französischen von Gabriela Zehnder
- Hardcover, Fadenheftung
- Lesebändchen, 144 Seiten
- EUR 17,-, Fr. 31.-
- ISBN 3-905513-24-2
- 2001, Edition Epoca, Zürich
Muriel Barbery, geboren 1969, Schriftstellerin, lebt in Bayeux, Normandie.
Gabriela Zehnder, geboren 1955, Übersetzerin, lebt in Cavigliano.
Pressestimmen
«... eignet sich hervorragend als leichtes Dessert, vorzugsweise nach schwer verdaulicher Lektüre.»
Sacha Verna, Tages-Anzeiger
«Ein Tag bleibt ihm noch. Ein Tag, in dem die Autorin ein ganzes Leben zusammenfasst. Und ihre Helden zurück aufs Ursprüngliche führt: in seine Kindheit und Jugend.»
Bettina Hartmann, Stuttgarter Nachrichten
«Barberys Erstlingroman ist selbst eine kleine Delikatesse, mit leichter Hand komponiert, aus scharfen Beobachtungen, treffenden Bildern und köstlichen Schilderungen kulinarischer Genüsse.»
Hannah Müller, Südkurier
Wie dem auch sei, gestern ist das Urteil von Chabrot, dem Arzt und Freund, gefallen: »Mein Lieber, dir bleiben achtundvierzig Stunden.« Welche Ironie! Nach Jahrzehnten der Schlemmerei, nach Strömen von Wein, von Spirituosen aller Art, nach einem Leben in Butter, Sahne, Sauce und Fritüre, nach der jederzeit sachkundig inszenierten, mit peinlicher Sorgfalt gehätschelten Maßlosigkeit, geht es meinen treuesten Gefolgsleuten, Dame Leber und ihrem Begleiter, dem Magen, glänzend, und es ist mein Herz, das mich im Stich läßt. Ich sterbe an einer Herzinsuffizienz. Welche Bitterkeit auch! So oft habe ich den anderen vorgeworfen, in ihrer Küche, ihrer Kunst mangle es ihnen daran, daß ich gar nie auf den Gedanken gekommen bin, es könnte vielleicht mir fehlen, dieses Herz, das mich so plötzlich verrät, mit kaum verhohlener Herablassung, so schnell wie sich das Fallbeil geschärft hat ...